C.P.E.Bach Magnificat & Vivaldis Gloria

An den Sonntagen 10.12.2017 und 21.1.2018 führte die Kantorei Illnau-Effretikon ein Konzert mit den Stücken
Magnificat von C.P.E Bach und Gloria von Vivaldi durch.

Das Gloria D-Dur, RV 589, dieses wohl bekannteste geistliche Werk Vivaldis, gehört mit Sicherheit zu seinen
bedeu­tendsten kirchenmusikalischen Schöpfungen. Die Komposition ist gross
angelegt und kantaten­mässig in einzelne Abschnitte gegliedert, die sich in
Beset­zung, Satzart, Takt, Tonart und Affektgehalt unterscheiden.

Das Magnificat D-Dur, Wq 215, ein 9-sätziges Werk, gehört zu den klangprächtigsten in den
vokalsolistischen Par­tien, aber auch zu den anspruchsvollsten Vertonungen des
„Lobgesangs der Maria“. Es erfüllt alle Kriterien, die die Ästhetik dieser Zeit
von einer grossdimen­sionier­ten geistlichen Komposition ver­langte:
Erhabenheit, Würde, polyphone und konzer­tante Chorsätze, empfind­same und
pathe­tische Arien sowie eine grosse abschliessende Doppel­fuge.

Ausführende

Chor:
Kantorei Illnau-Effretikon

Solisten:
Beatrice Stark-Tanner, Sopran
Schoschana Kobelt, Alt
Zacharie Fogal, Tenor
Richard Helm, Bass

Orchester:
Sinfonietta Zürich

Leitung:
João Tiago Santos

Ich sitze erwartungsvoll auf meinem Stuhl hinter dem Orchester in der ersten Reihe, neben dem Tenor, der Bass hinter mir und den Alt etwas weiter weg, kann ich gut hören. Wunderbar, so werde ich den Klang, die Harmonien und die Interpretation unseres Gesangs aufnehmen und erleben. Wir haben viele Stunden konzentriert geübt. Unser Dirigent, Joào Tiago Santos arbeitete intensiv und mit bewundernswerter Geduld mit uns und mit dem Orchester Sinfonietta Zürich. Ich sitze locker da, atme gut durch und freue mich, denn der geräumige, mir vertraute Kirchenraum ist vollbesetzt mit erwartungsvollen Besuchern. Applaus für den Dirigenten und die Solisten, die durch den Raum an ihre Plätze gehen. Die Hände des Dirigenten geben den Einsatz, die Musikanten spielen aus dem Gloria von A. Vivaldi das Vorspiel, das allegro und ich höre genau auf die fröhliche, rhythmisch perfekte Interpretation. Ich konzentriere mich, atme gut durch und singe laut und deutlich: Gloria,gloria. Der Chor und das Orchester bringt dieses forte begeistert zum Klingen. Der zweite Satz ist ein andante und leise zu singen. Friede auf Erden ist der Text. Wir singen gemeinsam gut im Metrum, erleben zusammen die Musik und in mir empfinde ich Freude. Nach dem Duett der Solistinen singt wieder der Chor. A.Vivaldi hat das Gloria für seine Internatsschülerinnen komponiert. Ich fühle mich zunehmend jünger, begeistert und glücklich bis zum letzten Satz, dem Cum Sancto Spiritu.

Nach der kurzen Pause machen wir uns bereit für das Magnificat von Carl Philipp Emanuel Bach. Wird uns dieses anspruchsvollere Stück auch gut gelingen? Ja, der erste Satz mit Orchester und Chor überzeugt. Die Musiker und Solosänger interpretieren oft ohne Chor. Ich kann zuhören und geniessen. Meine Gefühle schwingen mit den Klängen und den Melodien mit. In der Arie: Suscepit Israel schwebe ich im Glück mit der Altistin Schoschana Kobelt, der Oboe, dem Cello und dem Kontrabass, freudvoll in der Musikwelt. Darum singe ich begeistert weiter bis zum letzten Satz, dem Amen. Wir haben Freude gemacht und erhalten.

Die zweite Aufführung in der Französischen Kirche in Zürich, bei gruseligem Winterwetter wurde wieder ein Erfolg. Ich sass in der zweiten Reihe, die Sicht zum Dirigenten war sehr gut und die Besucher sind gekommen. Ich darf die frohen, aktiven Einsätze nochmals erleben. Ich freue mich sehr, dass ich als Aktivmitglied bereichert wurde. Das Konzert war vorbei, aber des Glücksgefühl kam mit nach Hause und begleitet mich immer noch

Ursula Frey