Konzert Matthäus Passion

Konzert Matthäus Passion

 

Konzertbericht

Eine grosse Schar gespannter und wohl auch neugieriger Konzertbesucher fand sich am
Palmsonntag in der ref. Kirche in Effretikon zum Konzert der hier beheimateten Kantorei
ein. Die Kirche war zu diesem besonderen Anlass bis auf den letzten Platz besetzt mit
einem Publikum, das sich voller Erwartung auf ein den meisten unbekanntes Werk freute.
Angekündigt war eine Matthäus-Passion des zu seiner Zeit wohl berühmtesten Sohnes des
grossen J.S. Bach, Carl Philipp Emanuel des Hamburger Bach. Matthäus-Passion ist bei den
meisten Zuhörern das Synonym für das Werk des Vaters, und so warteten die Besucher
auf die bevorstehende Auslegung des allzeit bekannten Textes durch den Sohn.

Nach dem Aufritt des Chores, der Solisten und des Dirigenten begann die Feierstunde
schon abweichend von der grossen Vorgabe nicht mit einem Eingangschor, sondern mit
einem Choral aus des Vaters Hand. Die meisten Choräle in dem Werk sind Pasticcios
(Übernahmen aus damals bekannten Nummern anderer Komponisten), die Zitate aus
dem Werk des Vaters beweisen die innige Bewunderung des Sohnes.

Schon bei den ersten Tönen des Chores war dessen Qualität für einen Laienchor
bewundernswert. Keine Intonationstrübungen, rhythmisch präsent und klanglich sehr
ansprechend. Einziger kleiner Einwand war eine besetzungsbedingte Disbalance, die der
bei Laienchören of beklagten Unterbesetzung der Männerstimmen geschuldet ist. Durch
die ganze anspruchsvolle Passion war der Chor beispielhaf aufmerksam, was auch der
hochprofessionellen und einfühlsamen Vorbereitung durch den Dirigenten und Betreuer
Joao Tiago Santos zu verdanken ist. Er leitete die Mitwirkenden auf der Bühne mit klaren,
jeder Eitelkeit abholden Bewegungen. Unter seiner kompetenten Führung hielt sowohl
die dramaturgische als auch die musikalische Spannung während der ganzen Aufführung
an, man wurde als Zuhörer nie aus der Geschichte entlassen.
Nicht immer gelangen die Ablösungen zwischen des Sätzen, was die Dramatik noch
gesteigert hätte.

Die Solisten waren gut ausgewählt, allen voran der junge Tenor Luca Valentin Bernard in
der prägenden Rolle des erzählenden Evangelisten. Seine Diktion ist so, wie ein Erzähler
sein sollte, immer verständlich und ausdrucksstark. Erstaunlich seine Wandelbarkeit vom
erzählenden zum musizierenden Sänger. Die Arien sang er mit sehr schöner, tragender
Stimme, eine anspruchsvolle Doppelrolle, die hohe Anerkennung verdient.
Im Dialog mit dem Evangelisten meisterte auch Serafin Heusser als Jesus diese Aufgabe
begeisternd.

Die Protagonisten der weiteren Rollen waren Evan Gray in den Rollen des Judas und
Pilatus, Horàcio Santos als Hohepriester und die Altistin Corinna Haldenstein. Die Rolle
des Petrus wurde vom Maestro selbst interpretiert. Dabei musste der Chor seinen Einsatz
ohne den Dirigenten übernehmen. Ein besonderes Lob haben die beiden Sopranistinnen
verdient: Beatrice Stark-Tanner sang mit heller Stimme die Arien. Zusammen mit Christa
Z’graggen-Eberhart begeisterten die Sängerinnen im Duett « Muster der Geduld und
Liebe ». Welch eine virtuose Aufgabe! Sie meisterten diese mit Können in Beweglichkeit
und Intonation auf hohem Niveau. Hier zeigt sich auch der Einfallsreichtum des
Komponisten in der Verwendung der Flöten und vor allem der ebenfalls virtuos gesetzten
Fagotte. Wegen der kleinen Streicherbesetzung geriet der Orchesterklang zeitweise aus
der Balance.

Überhaupt das Orchester: Die Musiker, alles hervorragende Instrumentalisten,
beherrschten die bereichernde Technik der barocken Spielweise ohne Makel. Diese Praxis
fordert eine hohe Zuverlässigkeit in Bezug auf Artikulation und Intonation, die
Instrumentalisten zeigten auch darin eine bewundernswerte Zuverlässigkeit und
Virtuosität. Damit sind auch die ebenfalls sehr kompetent besetzten Oboen und Hörner
und die drei Betreuer des Continuo-Parts gemeint, im Besonderen der wohlklingende
Kontrabass.

Die Zuhörer bedankten sich am Ende des Konzertes mit grossem Beifall. Wir wurden mit
einem zu Unrecht unbekannten Werk aus der Hand eines anderen Bach sehr bereichert.
Seine stilistische Beweglichkeit zwischen Barock und Klassik führte den Zuhörer ofmals in
die Klangwelt des Zeitgenossen Joseph Haydn.

Grossen Dank an den Chor und dessen Dirigenten.
René Mens

Ausführende

Chor:
Kantorei Illnau-Effretikon

Solisten:
Beatrice Stark-Tanner, Sopran
Christa Z’graggen-Eberhart, Sopran
Altistin Corinna Haldenstein, Alt
Luca Valentin Bernard, Evangelist, Tenor
João Tiago Santos, Petrus
Serafin Heusser, Jesus, Bass
Evan Gray, Judas / Pilatus, Bass
Horàcio Santos, Hohepriester, Bass

Orchester:
Sinfonietta Zürich

Leitung:
João Tiago Santos

Medienberichte

Andelfinger Zeitung

Konzert Gloria und Magnificat

Konzert Gloria und Magnificat

 

 An den Sonntagen 10.12.2017 und 21.1.2018 führte die Kantorei Illnau-Effretikon ein Konzert mit den Stücken Magnificat von C.P.E Bach und Gloria von Vivaldi durch.

Das Gloria D-Dur, RV 589, dieses wohl bekannteste geistliche Werk Vivaldis, gehört mit Sicherheit zu seinen bedeu­tendsten kirchenmusikalischen Schöpfungen. Die Komposition ist gross angelegt und kantaten­mässig in einzelne Abschnitte gegliedert, die sich in Beset­zung, Satzart, Takt, Tonart und Affektgehalt unterscheiden.

Das Magnificat D-Dur, Wq 215, ein 9-sätziges Werk, gehört zu den klangprächtigsten in den vokalsolistischen Par­tien, aber auch zu den anspruchsvollsten Vertonungen des „Lobgesangs der Maria“. Es erfüllt alle Kriterien, die die Ästhetik dieser Zeit von einer grossdimen­sionier­ten geistlichen Komposition ver­langte: Erhabenheit, Würde, polyphone und konzer­tante Chorsätze, empfind­same und
pathe­tische Arien sowie eine grosse abschliessende Doppel­fuge.

Ausführende

Chor:
Kantorei Illnau-Effretikon

Solisten:
Beatrice Stark-Tanner, Sopran
Schoschana Kobelt, Alt
Zacharie Fogal, Tenor
Richard Helm, Bass

Orchester:
Sinfonietta Zürich

Leitung:
João Tiago Santos

Ich sitze erwartungsvoll auf meinem Stuhl hinter dem Orchester in der ersten Reihe, neben dem Tenor, der Bass hinter mir und den Alt etwas weiter weg, kann ich gut hören. Wunderbar, so werde ich den Klang, die Harmonien und die Interpretation unseres Gesangs aufnehmen und erleben. Wir haben viele Stunden konzentriert geübt. Unser Dirigent, Joào Tiago Santos arbeitete intensiv und mit bewundernswerter Geduld mit uns und mit dem Orchester Sinfonietta Zürich. Ich sitze locker da, atme gut durch und freue mich, denn der geräumige, mir vertraute Kirchenraum ist vollbesetzt mit erwartungsvollen Besuchern. Applaus für den Dirigenten und die Solisten, die durch den Raum an ihre Plätze gehen. Die Hände des Dirigenten geben den Einsatz, die Musikanten spielen aus dem Gloria von A. Vivaldi das Vorspiel, das allegro und ich höre genau auf die fröhliche, rhythmisch perfekte Interpretation. Ich konzentriere mich, atme gut durch und singe laut und deutlich: Gloria,gloria. Der Chor und das Orchester bringt dieses forte begeistert zum Klingen. Der zweite Satz ist ein andante und leise zu singen. Friede auf Erden ist der Text. Wir singen gemeinsam gut im Metrum, erleben zusammen die Musik und in mir empfinde ich Freude. Nach dem Duett der Solistinen singt wieder der Chor. A.Vivaldi hat das Gloria für seine Internatsschülerinnen komponiert. Ich fühle mich zunehmend jünger, begeistert und glücklich bis zum letzten Satz, dem Cum Sancto Spiritu.

Nach der kurzen Pause machen wir uns bereit für das Magnificat von Carl Philipp Emanuel Bach. Wird uns dieses anspruchsvollere Stück auch gut gelingen? Ja, der erste Satz mit Orchester und Chor überzeugt. Die Musiker und Solosänger interpretieren oft ohne Chor. Ich kann zuhören und geniessen. Meine Gefühle schwingen mit den Klängen und den Melodien mit. In der Arie: Suscepit Israel schwebe ich im Glück mit der Altistin Schoschana Kobelt, der Oboe, dem Cello und dem Kontrabass, freudvoll in der Musikwelt. Darum singe ich begeistert weiter bis zum letzten Satz, dem Amen. Wir haben Freude gemacht und erhalten.

Die zweite Aufführung in der Französischen Kirche in Zürich, bei gruseligem Winterwetter wurde wieder ein Erfolg. Ich sass in der zweiten Reihe, die Sicht zum Dirigenten war sehr gut und die Besucher sind gekommen. Ich darf die frohen, aktiven Einsätze nochmals erleben. Ich freue mich sehr, dass ich als Aktivmitglied bereichert wurde. Das Konzert war vorbei, aber des Glücksgefühl kam mit nach Hause und begleitet mich immer noch

Ursula Frey

Konzert die Schöpfung

Konzert die Schöpfung

 

 

Das erste Konzert der neu gegründeten «Kantorei Illnau-Effretikon» fand am 10. und 17. April 2016 statt. Die «Schöpfung» von Joseph Haydn zählt bis heute zu den bedeutendsten Werken der klassischen Musik und thematisiert die Erschaffung der Welt.

Zur Charakteristik der «Schöpfung» gehört ein Nebeneinander von klangmalerisch gezeichneten Naturschilderungen, vor allem beim Orchester und den Solisten. Dem Chor fallen dabei die Passagen des Gotteslobs in der Rolle der himmlischen Heerscharen zu. Dazu treten drei Solisten gewissermassen als Erzähler der Schöpfungsgeschichte auf.

Ausführende

Chor:
Kantorei Illnau-Effretikon

Solisten:
Stephanie Pfeffer, Sopran
Zacharie Fogal, Tenor
Hugo Oliveira, Bass

Orchester:
Sinfonietta Zürich

Leitung:
João Tiago Santos